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Sep 02

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Windstille an den Börsen und in der Politik – die Ruhe vor dem Sturm?

Safe

Zwischenruf von G. Hartl zu den aktuellen Herausforderungen an den Finanzmärkten.

Unser Beruf erfordert es eigentlich immer, über den Tellerrand der Finanzen hinauszublicken, denn nur wenn man die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verfolgt und sich damit auseinandersetzt, kann man daraus Schlüsse für die wirtschaftliche Zukunft und die der Finanzmärkte ziehen und nicht zuletzt auch die Anliegen und Bedürfnisse unserer Kunden frühzeitig erkennen.

Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie heute an unseren Gedanken zu aktuellen und wichtigen Themen teilhaben lassen.

Während die Sommerflaute sich an den Finanzmärkten im August endgültig ausgebreitet hat, herrscht in der Politik schon seit Jahren Windstille. Zumindest was die Lösung drängender politischer Probleme in Deutschland und Europa angeht, erinnert die Untätigkeit der Politiker an das Bild des berühmten Kaninchens, das in starrer Ängstlichkeit vor der Schlange kauert und darauf wartet, was dem Reptil als nächstes einfällt, statt sich mit einem beherzten Sprung (also aktivem Handeln) aus der Gefahrenzone zu begeben.

Und ähnlich verhalten sich die Bürger, vielleicht auch deshalb, weil es uns in Deutschland (noch) um Längen besser geht als in Griechenland, Spanien oder Portugal, wo junge Menschen kaum noch Aussicht auf Arbeit haben und die Existenz weiter Teile der Bevölkerung auf dem Spiel steht. Alles wartet darauf, was sich die Politiker in Berlin und Brüssel einfallen lassen. Aber die touren im Wahlkampfmodus durchs Land, besuchen Kindergärten und Schulen, reden auf potentielle Wähler ein oder gehen bei medienwirksamen Kajak-Fahrten baden. Das Volk wird derweil mit Super-Cup und Audi-Cup bei Laune oder mit Zugentgleisungen, Erdbeben, Bürgerkrieg in Syrien und anderen Horrormeldungen aus aller Welt in Schreckstarre gehalten.

Aber mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein. Wir müssen uns darauf gefasst machen, nach der Bundestagswahl am 22. September mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert zu werden. Die Verpflichtungen aus der Banken- und Euro-Rettung, den Staatsschulden sowie die kostspieligen Folgen staatlichen Mißmanagements (Flughafen Berlin, Bahnhof Stuttgart, Drohnen, Landesbanken, Deutsche Bahn, um nur einige von vielen Stichworten zu nennen) müssen irgendwie finanziert werden. Dazu kommen Mammutaufgaben wie die Sanierung der maroden Verkehrsinfrastruktur, der vernachlässigte Stromnetzausbau oder nicht minder wichtige Investitionen in das Bildungswesen, die Jugend- und Familienpolitik, wo gravierender Nachholbedarf besteht und der Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft auf dem Spiel steht. Das alles ließe sich auch mit den ohnehin schon kräftig sprudelnden Steuereinnahmen (darunter auch der zweckentfremdete Soli) bewerkstelligen, wenn man denn mit den Einnahmen so vernünftig umgehen würde wie die vielzitierte schwäbische Hausfrau.

 

Liegen Geldverschwendung und Wahllügen in der Natur unseres politischen Systems?

Aber das verträgt sich offensichtlich nicht mit unserem politischem System, in dem Sparsamkeit (und das Aussprechen von Wahrheiten) mit dem Verlust von Wählerstimmen gleichsetzt wird und Worte (Ankündigungen und Wahlversprechen) mehr zählen als Taten.

Deshalb wird es, und darauf ist Verlaß – unabhängig vom Wahlausgang – auch nach dieser Bundestagswahl wieder zu Mehrbelastungen der Bürger kommen, die allerdings drastischer als üblich ausfallen werden. Wir rechnen mit Erhöhungen bei Einkommensteuer und Abgeltungssteuer, je nach Wahlausgang zusätzlich bei Erbschafts-, Vermögens- und Mehrwertsteuer. Fest geplant ist bereits eine Finanztransaktionssteuer, mit der man im Wesentlichen Kleinanleger und Vorsorgesparer trifft, die in Renten- und Lebensversicherungen, Riester- und Rürup-Renten einzahlen. Zocker und Spekulanten, die man als die angeblichen Verursacher der Finanzkrise treffen wollte, sind dagegen kaum tangiert. Denn sie können auf einen anderen Börsenplatz ausweichen, im Übrigen handeln sie überwiegend mit Derivaten – und der darauf geplante Steuersatz ist um 90% niedriger als der auf Anleihen und Aktien! Auf Landes- und Kommunalebene wird außerdem an der Grunderwerbsteuer, den Grundbesitzabgaben und den Hebesätzen für die Gewerbesteuer weiter nach oben gedreht werden. Mittelfristig ist mit einer stark steigenden Belastung von Grund- und Immobilienbesitz zu rechnen.

Und – da einige südeuropäische Länder eher kaputt- als gesundgespart werden – gehen wir davon aus, dass nach den Wahlen weitere Rettungspakete für Griechenland (genauer: für die ausländischen Gläubigerbanken), vielleicht auch für Portugal und Spanien, geschnürt werden. So werden weiter Schulden und Risiken von den Banken hin zu Staaten und Steuerzahlern und Sparern verlagert. Die Folgen für die weitere Steuerpolitik der Geberländer wie Deutschland lassen sich leicht ausmalen.

Trotz allem ist es wichtig, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und den Blick auf das große Ganze zu richten. Unser Tip: Bleiben Sie gelassen und überlegen Sie nüchtern, welche Risiken und Chancen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren anstehen. Risiken werden medial meist aufgebauscht, Chancen gibt es immer (für den, der sie nutzt). Und denken Sie immer daran, das Wichtigste im (ohnehin viel zu kurzen) Leben ist

·         die innere Haltung, das Interesse und die Neugier, mit der wir unserem Leben und unseren Mitmenschen begegnen und

·         das Maß an Unabhängigkeit, mit der wir uns gegen die allgegenwärtigen Manipulations- und Bevormundungsversuche mächtiger Interessensgruppen und deren Marionetten (auch Politiker genannt) wappnen.

Bei Licht betrachtet geht es uns – trotz Rekordverschuldung und massiver Umverteilung vom Bürger in die Taschen von Banken (oft über den Umweg Südeuropa) – immer noch viel besser als den Kriegsgenerationen vor uns oder Milliarden Menschen in der Dritten Welt, für die sauberes Wasser und genug Nahrung das höchste Glücksgefühl bedeuten (was die Vielzahl unserer Probleme nicht löst, aber relativiert).

Dagegen muten ertraglose Tagesgeldkonten oder Lebensversicherungen als Luxusproblem an, zumal es durchaus Alternativen zu diesen „sicheren“ Verlustbringern gibt, z. B. unser „SafeDepot“, das seit Jahren stabile Erträge von mehr als 3% abwirft und u. E. auch mehr Sicherheit bietet, weil es sich – anders als Bankguthaben – rechtlich um Sondereigentum handelt, das stets insolvenzgeschützt ist (deshalb waren zyprische Anleger, die Anlagen in Form von Sondereigentum hielten – im Unterschied den Inhabern von Spar- und Festgeldkonten – von der Bankenpleite in Zypern in keiner Weise betroffen).

 

Die Einlagensicherung – eine Luftnummer?

Experten gehen davon aus, dass Gläubiger von Banken (was man als Tagesgeld- oder Sparkontoinhaber zwangsläufig ist) in Europa und anderswo in Zukunft sehr wohl zur Kasse gebeten werden können, wenn Banken vor der Pleite stehen. Der Euro-Gruppenchef Dijsselbloem hat die Rettungsaktion in Zypern, wo Anleger bis zu 47,5% ihrer Guthaben verloren haben, explizit als Vorlage für den Umgang mit drohenden Bankenpleiten in Zukunft bezeichnet. Es ist kein Zufall, dass zeitgleich seitens der EU Bestrebungen im Gange sind, die Einlagensicherung (die ohnehin auf tönernen Füßen steht, weil erstens kein Rechtsanspruch besteht und zweitens die „Sicherungstöpfe“ für den Ernstfall völlig unzureichend bestückt sind) in der Weise zu reformieren, dass sie europaweit vereinheitlicht und abgeschwächt wird.

Seit dem Zypernfall hat sich der Wind gedreht. Jetzt ist es politisch nicht mehr gewollt, dass notleidende Banken vom Steuerzahler aufgefangen werden – eine längst überfällige Erkenntnis. Stattdessen sollen jetzt die Eigentümer und Gläubiger der Banken in die Pflicht genommen werden. Aber was dem Steuerzahler lieb ist, kommt den Sparer teuer zu stehen, denn er ist es, der in Zukunft rasiert werden soll, wenn Banken in Schieflage kommen. Und davon werden wir noch einige sehen in Europa. Der Entscheidungsprozess ist – fast unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit – schon sehr weit gediehen, die Richtlinie soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Damit könnte der EU ein entscheidender Schritt zu einer europäischen Bankenunion gelingen, über die sich deutsche Politiker bisher ausschweigen, da man die Bürger und Sparer vor der Wahl nicht durch zusätzliche Haftungsrisiken verunsichern will. Nach den Wahlen wird dieses Thema sicher auch von deutschen Medien stärker aufgegriffen werden. Dass aber auch die derzeitige Einlagensicherung in Deutschland keine absolute Sicherheit für Bankkunden darstellt, können Sie in den Medienberichten nachlesen. Affe

Während über Themen wie das Betreuungsgeld oft monatelang diskutiert und gestritten wird, werden die Megaprobleme der Zukunft – wie Überbevölkerung, Raubbau an den Rohstoffen, Massenarbeitslosigkeit, Zerstörung der Lebensgrundlage Natur, Überalterung der Gesellschaft, unsichere Renten, vernünftige Energiekonzepte und nicht zuletzt die scheinbar grenzenlose Fressgier des Steuerstaates – trotz teurem Sitzungs- und Konferenzaktivismus nicht ernsthaft angepackt.

 

Grenzenlose Fressgier des Steuerstaates

Zur unbegrenzten Fressgier des Steuerstaates einige wenige Zahlen:

1950 betrugen die gesamten Steuern hierzulande 500 Millionen Euro, 63 Jahre später stehen wir bei rund 670 Milliarden, was einem Zuwachs von 1.340% entspricht. Anders ausgedrückt: Mit einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 21,3% belastet der Faktor ‚Steuern‘ den deutschen Bürger mehr als jeder andere Teil seiner Ausgaben.

Während seit 1950 fast die Hälfte aller Güter und Dienstleistungen billiger wurden, haben sich die staatlichen Leistungen ausnahmslos deutlich verteuert (soweit sie nicht privatisiert wurden). Gleichzeitig nahm die Zahl der öffentlich-rechtlich Bediensteten – entgegen allem technischen Fortschritt und leeren Sparversprechen – bis 2012 ebenso drastisch zu, wie das Geflecht der Gesetze und Verordnungen, mit denen uns das Heer der Parteien und Politiker beglückt hat.

Die Unfähigkeit der Politik, die großen Probleme ernsthaft anzugehen und zu lösen, wird früher oder später zum Zusammenbruch der pseudo-demokratischen Systeme führen, im günstigsten Fall zu einem fließenden Übergang zu einer realen Demokratie, in der die Bürger nicht nur ab und an Kreuzchen auf Wahlzettel malen dürfen, sondern das Recht erhalten, mit ihrer Stimme an wichtigen Entscheidungen unmittelbar mitzuwirken (ähnlich wie in der Schweiz). Dies würde dem Geist des Grundgesetzes, in dem nicht Politiker oder Lobbyisten, sondern das Volk als Souverän bestimmt ist (§ 20, Abs. 2: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“), deutlich näher kommen als der von den Parteien den Wählern zugedachten Rolle des Stimmviehs, deren Kreuz am Wahltag durch Lügen und teure Wahlgeschenke von Berufspolitikern jeder Couleur erkauft wird. Im 3. Jahrtausend sollte erwachsenen Menschen die Einsicht und das Verantwortungsbewusstsein zugestanden werden, die gesellschaftlichen und politischen Themen eines Landes in wesentlichen Fragen frei und eigenständig mitzubestimmen. Den Machtverlust der Parteien und Berufspolitiker sehen nur letztere als Problem (weshalb sie solche Bestrebungen bisher erfolgreich verhindert haben), für die Allgemeinheit dagegen wäre er ein Segen. Wir glauben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Bürger stärker in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen werden und die Möglichkeit erhalten, die Zukunft aktiv mit zu gestalten, was die Verantwortung einschließt. Angenehmer Nebeneffekt für Politiker: Man kann ihnen nicht mehr für alles, was schief läuft, die Schuld geben.

Trotz der nachteiligen Nebenwirkungen der finanziellen Repression (künstlich niedrig gehaltene Zinsen in Kombination mit Inflation), sind wir der Meinung, dass diese Strategie in der aktuellen Situation der einzig erfolgversprechende Weg ist, um die – politisch selbstverschuldete – Staatsverschuldung langfristig abzubauen. Alternativen wie übermäßige Steuererhöhungen oder Einsparmaßnahmen wären deutlich schmerzhafter und bergen auch die Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen, die Arbeitslosigkeit drastisch zu erhöhen und die Nationen ins Chaos zu stürzen. Während Schuldner (Staaten und private Darlehensnehmer gleichermaßen) von der Nullzinspolitik profitieren, geht sie allerdings ganz zu Lasten der Sparer und Anleger. Jedoch gibt es Auswege aus dieser Zinsfalle, u. a. das bereits erwähnte „SafeDepot“, mit dem Sie auch in den kommenden Jahren verlustfrei und sicher über die Runden kommen werden. Gerne zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten auf, die für Sie persönlich am besten geeignet sind, um sich vor der finanziellen Repression zu schützen.

 

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