Nov 05

Exklusiver Börsenausblick November 2017: Zinneckers Gedanken

Renditen der 10jährigen Staatsanleihen in den USA und auch in Europa wieder angestiegen.


Fz quer

RÜCKBLICK

In Erwartung einer allmählich restriktiver werdenden amerikanischen Zinspolitik sind die zweijährigen Zinsen in den USA seit Anfang September um über 30 Basispunkte auf nun 1.62% gestiegen. Die Renditen der 10jährigen Staatsanleihen in den USA und auch in Europa mit Ausnahme Portugals sind dieser Tendenz ebenfalls gefolgt und wieder angestiegen. Demgegenüber haben die westlichen Aktienmärkte ihre seit September begonnene Erholung im Oktober auf Grund wiederum enormer Mittelzuflüsse verstärkt fortgesetzt. Trotz der vielerorts erreichten Höchststände ist das Anlegerinteresse an Aktieninvestments erneut durch die seit dem Sommer immer sichtbarer werdende synchrone globale Wirtschaftserholung in Verbindung zusätzlich steigender Unternehmensgewinne für 2018 angefacht worden.

Das gilt für die US amerikanische Börse, die bereits bei guter Konjunktur durch den gemeinsamen politischen Willen, endlich eine umfassende Steuerreform auf den Weg zu bringen, zusätzlich beflügelt worden ist. Das gilt aber auch für den vergleichsweise niedrig bewerteten japanischen Aktienmarkt, der nach dem glänzenden Wahlerfolg des Premierministers Shinzo Abe bei den Unterhauswahlen weiter auf Kontinuität in der Finanz-und Wirtschaftspolitik setzt. Mit dem Übersteigen des Nikkei225 Index über die Marke von 21.000 hat die japanische Börse eine seit über 20 Jahren bestehende markttechnische Barriere überwunden. Von der globalen konjunkturellen Aufwärtsbewegung sollte Deutschland ebenfalls als Investitionsgüter und Export getriebener Wirtschaft überproportional profitieren, zumal die Aussichten auf eine neue stabile Regierung nach der Bundestagwahl wesentlich gestiegen sind. Zudem hat die EZB mit ihrer Entscheidung, die Rentenkäufe zu halbieren dafür aber den Ankaufzeitraum zu verlängern, den EU Börsen neue Munition an die Hand gegeben. Die deutsche Aktienbörse hat darauf mit einem neuen Allzeithoch eine klare Antwort gegeben. Die Aktienbörsen Frankreichs, Hollands und der Schweiz haben in diesem Fahrwasser neue zyklische Höchststände erreicht.

AUSBLICK

Die letzten Konjunkturzahlen aus den USA, Asien und Japan, aus Deutschland und Europa haben bestätigt, was sich seit dem Jahresende bereits angedeutet hat: Der Juli 2016 war der Wendepunkt in der US-amerikanischen Zinspolitik und damit das Ende der seit 2009 bestehenden Deflationswirtschaft und der Beginn der Reflationierung der globalen Wirtschaft. Heute stehen wir am Anfang eines synchronen Wirtschaftsaufschwungs mit steigender Beschäftigung, steigenden Löhnen, eine sich verfestigende Nachfrage nach Konsumgütern und eine durch die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand angekurbelte Investitionsgüterkonjunktur. Die Wertschöpfung aus der Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien werden auf einer Seite auf dem Weg zur Industrie 4.0 zwar viele alte Arbeitsplätze vernichten aber auf der anderen Seite gleichzeitig enorme Produktivitäts-fortschritte hervorbringen und neue Unternehmen und höherwertige Arbeitsplätze schaffen.

Vor diesem Hintergrund sollte die amerikanische Zentralbank als erste ihr Beschäftigungs- und Inflationsziele erreichen und mit ihrer restriktiveren Geldpolitik fortfahren, zumal wenn im ersten Quartal 2018 die Steuerreform mit den dann folgenden positiven Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne und Privateinkommen in Kraft treten würde. Von diesem Ziel sind die EU und Japan noch weit entfernt, die immer noch mit disinflationären Tendenzen trotz der bereits sichtbaren Verbesserung der Wirtschaft zu kämpfen haben und deshalb auch weiterhin an ihren eingefahrenen Politiken des leichten Geldes festhalten. Auch China ist nach den guten Wirtschaftszahlen auf dem richtigen Weg und wird damit der Weltwirtschaft ebenfalls eine wichtige Stütze sein.

KAPITALMARKTAUSSICHTEN

Die Veränderungen im globalen ökonomischen Umfeld haben seit September an den Kapitalmärkten ihren überall sichtbaren Niederschlag gefunden. Mit dem Beginn steigender Zinsen in den USA ist auch die Erholung des Euro gegenüber dem US Dollar zu Ende gegangen. Die Aktienmärkte haben seitdem und verstärkt im Oktober wieder an Fahrt gewonnen, aber verbunden mit einem Wechsel der Marktführer. Dieses neue Szenario sollte auch in Zukunft Bestand haben. Mit der Ausweitung der Zinsschere zwischen den USA, Europa und Japan sollte der US Dollar wieder an Stärke gewinnen, wobei aus technischer Sicht der Euro um 1.10 gegenüber dem Dollar nicht auszuschließen ist. Die relative Attraktivität von Aktien gegenüber Zinsanlagen, sollten die Aktienmärkte auch weiterhin beflügeln, und das gilt für alle westlichen Börsen. Allerdings sollte das Anlegerinteresse vor dem konjunkturellen Hintergrund bei moderater Reflation von den nicht zyklischen, defensiven Anlagemedien wie Nahrungsmittel, Tabak- und Genussmittel sowie Kosmetik und Gesundheitswesen zu den konjunktursensitiven und zyklischen Industrie- und Aktiengruppen hinüberwechseln.

Dazu zählen auch die verarbeitende Industrie und die Dienstleistungsunternehmen, die in besonderem Maß von der sich beschleunigenden Digitalisierung profitieren sowie die Technologieunternehmen, die die Vorprodukte, wie Halbleiter und Memory Chips, und die dazugehörende IT und Software bereitstellen. Das neue I-Phone X von Apple, zum Beispiel, könnte vollkommen neue Maßstäbe in der Smartphone Technologie setzen. Banken und Versicherungen, die ihre Geschäftsmodelle nach dem Lehman-Debakel überarbeitet und neu gestaltet haben, sollten ebenfalls von dem sich verändernden Umfeld profitieren, während die Industrierohstoffe, Öl und Gold auch weiterhin in ihren bestehenden Kursbändern verharren sollten und somit als Anlageinstrument zur Zeit relativ unattraktiv bleiben.

Aktienmärkte in diesen Kurshöhen tragen immer das Risiko in sich, technisch bedingten Kursrückschlägen oder politisch bedingten Störungen in Europa oder den USA ausgesetzt zu sein. Das verändert aber nicht den langfristigen positiven Grundtrend der Aktienbörsen in Europa und Japan und auch weiterhin in den USA.

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Sep 08

Einladung Wein & Wahrheit 2017: Alles unters Kopfkissen?

Sinnvolle Alternativen für konservative Anleger

Wohin mit dem Geld? Das mag wie ein Luxusproblem klingen, doch viele unserer KundInnen benötigen eine akzeptable Rendite, um mit dem ersparten Vermögen wirklich einen entspannten Ruhestand verbringen zu können. Doch gibt es überhaupt noch Alternativen zur Nullzinsfalle bei den Banken, die einen ruhig schlafen lassen können? Oder sollte man doch lieber alles unters Kopfkissen legen? Wenn Sie sich von uns zu diesen Fragen inspirieren lassen wollen, dann laden wir Sie gern zu unserem bewährten Vortragsabend unter dem Motto Wein & Wahrheit am Montag, den 9. Oktober um 18:30 Uhr ein.

Es erwarten Sie, rund um Wahrheit, Impulsvorträge zu den folgenden Themen:

„ 9 Jahre Aktienboom und kein Ende?“ Aktueller Bericht von den Kapitalmärkten

 Referent:  Frank Zinnecker, Holly Hedge Consult Gmbh,  Initiator und Berater der Haig Return Global

 

„Kleine Kredite, große Wirkung“

Referentin: Edda Schröder, Mikrofinanzexpertin

 

„Besser als neu: Investieren am Zweitmarkt“

Referent: Jörg Busboom, Vorstand der Ökorenta AG

 

sowie erlesener Wein bei einer Weinprobe nachhaltiger Weine

Referent: Klaus Rüsing, Weinhaus, Weingroßhandel Rüsing

 

Der Veranstaltungsort ist

Restaurant „Die Glocke“, Kölnstraße 170, 53757 Sankt Augustin

Gern können Sie sich mit Begleitung bei uns per E-Mail (willkommen@wertewachstum-gmbh.de) anmelden, oder einfach anrufen unter 02241- 923 883 13.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und auf einen inspirierenden Abend!

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Sep 07

Aktive Nutzung der Stimmrechte für Aktionäre in 2017

Ein ereignisreiches Jahr für die aktive Stimmrechtsnutzung bei deutscher Unternehmen

Lesen Sie hier einen Bericht der VIP e.V., einem Verein der Stimmrechtsausübung für Aktionäre als Dienstleistung anbietet und u.a. mit dem GOOD GROWTH INSTITUT zusammenarbeitet:

Die Diskussionen in den diesjährigen Hauptversammlungen wurden von vier Themenschwerpunkten dominiert. Dabei zeigte sich erneut, dass die Präsenz vor Ort ein wichtiger Aspekt einer gelebten Corporate Governance ist, die den direkten Dialog mit den Unternehmensleitungen und ein rasches Agieren bei neuen Tatsachen erlaubt.

Insbesondere Vergütungsfragen nahmen breiten Raum in den Diskussionen ein. Beispielsweise wurde der Aufsichtsratsvorsitzende von SAP nur mit einer knappen Mehrheit entlastet, da ihm viele Investoren die fehlende Transparenz zum Zustandekommen der Vergütung der Mitglieder des Vorstands ankreideten. Wenig geholfen hat ihm dabei ein klares Entgegenkommen zu Beginn der Versammlung. Zwar wurden die aufgeworfenen Kritikpunkte weitgehend adressiert und sogar Investorenroadshows für weitere Informationen und Erläuterungen angekündigt. Auf die Stimmabgaben hat dies keinen Einfluss zumeist keinen Einfluss mehr gehabt, da viele Institutionelle bereits im Vorfeld der Veranstaltung Weisungen an ihre Banken erteilt haben und daher mangels Präsenz vor Ort von den neuen Informationen keine Kenntnis erhielten. Aber auch bei anderen Unternehmen, wie beispielsweise Merck, Münchner Rück oder SAT1, gab es lebhafte Diskussionen, die insbesondere auf die Bemessungskriterien für eine angemessene Vergütung abzielten.

Einen zweiten Themenschwerpunkt bildeten Unternehmensübernahmen. Dies gilt beispielsweise für den Kauf von Monsanto durch Bayer, was unter ethischen Gesichtspunkten ein durchaus zweischneidiger Vorgang ist. Allerdings wurde in der Versammlung klargestellt, dass die aus unserer Sicht vorzuziehende corporate governance und ethische Ausrichtung von Bayer in dem gemeinsamen Konzern ausschlaggebend ist. Wichtig war auch der Beitrag von VIP bei dem Autozulieferer GRAMMER, der der dem Versuch einer feindlichen Kontrollübernahme ausgesetzt war. In einer in dieser Form ungewöhnlichen Allianz aus Aktionären, Mitarbeitern, Unternehmensleitung und lokalen Behörden gelang es, die Eigenständigkeit des Unternehmens zu bewahren.

Unerfreuliche Diskussionen gab es auch in den Hauptversammlungen der Automobilhersteller. Dieselgate ist hier nur ein Ausdruck einer im Kern kranken Corporate Governance, worauf in den Hauptversammlungen klar hinzuweisen ist. Insoweit hält sich auch die Überraschung angesichts der aktuellen Kartellvorwürfe in Grenzen. Die Vorgänge zeigen deutlich die Notwendigkeit von Spielregeln, deren Einhaltung neben den Aktionären auch allen anderen Stakeholdern dient.

Einen teilweise hohen Zeitaufwand verursachten erneut die in vielen Hauptversammlungen verlesenen Fragebögen zu den sogenannten Frauenquoten. Das ist schade, denn es wird der Bedeutung des Themas nicht gerecht, und auch das immer wieder zu hörende Eigenlob der Verfechter dieser Vorgehensweise wird schal, wenn man die angeblichen Ergebnisse an den ohnehin zu erwartenden Effekten der demographischen Entwicklung misst. VIP verfolgt daher unverändert einen an den sachlichen Anforderungen der Aufgabe ausgerichteten Ansatz, der zwangsläufig als mittelbare Folge Fragen aufwirft, wenn weniger Frauen (oder Männer) in den Gremien vertreten sind, als man erwarten sollte. Dies gilt beispielsweise für Fraport, wo allerdings überraschenderweise kein Fragebogen verlesen wurde. Vermutlich wirkte sich dabei die starke Vertretung (ehemaliger) politischer Prominenz in den Gremien aus.

Hans-Hermann Mindermann,

VIP (Vereinigung Institutionelle Privatanleger) eV

association of institutional shareholders

association des actionnaires institutionnels

t h e  e u r o p e a n  p r o x y  a g e n t

VIPsight.EU

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