Exklusiver Börsenausblick Oktober 2014

Ebay Aktie startet durch: Tochter Paypal geht an die Börse!

Golombeck

 

Der Online-Handel boomt, und Ebays Bezahltochter PayPal profitiert davon. Seit Jahren belaufen sich die Wachstumsraten im zweistelligen Bereich und jeder sechste Dollar wird mittlerweile Online über Paypal umgesetzt. Durch die Ankündigung Paypal separat an die Börse zu bringen wird jetzt auch der breiten Anlegergemeinschaft die Unterbewertung von Ebay bewusst.

Mobile Bezahlsysteme als große Wachstumschance

Internetfähige Endgeräte und insbesondere die mobilen Bezahlsysteme werden nicht nur den Handel, sondern auch Finanzdienstleistungen, in den nächsten Jahren fundamental verändern. Orts- und zeitunabhängig Informationen abzufragen, Produkte oder Dienstleistungen zu konsumieren und elektronisch zu bezahlen, fordert auch eine Reaktion der klassischen Finanzinstitute. Etablierte Banken werden gezwungen, ihre Geschäftsstrategie an den digitalen Strukturwandel anzupassen. Kommt vielleicht die Google- und Applebank und bedrängt die alte Bankenwelt?

Es ist nicht auszuschließen, dass potenzielle Wettbewerber wie Google, Apple und andere Finanzstarke Unternehmen großes Interesse an Paypal zeigen werden. Als potenzieller Kaufinteressent wird seit langem Google gehandelt, deren hauseigenes „Google Wallet“ ist bislang wenig erfolgreich. Apple Pay ist zentraler Bestandteil des iPhone 6 und der Apple Watch. Tim Cook (CEO von Apple) hat seinen Anspruch auf die Führungsrolle im Online-Zahlungsmarkt klar angemeldet.

Apple und Paypal haben über eine Teilnahme Paypals am geplanten Bezahldienst Apple Pay verhandelt, berichtet Bank Innovation. Paypal sollte sogar als bevorzugtes Bezahlverfahren integriert werden. Während der laufenden Verhandlungen einigte sich Paypal jedoch mit Samsung für eine Partnerschaft bei Bezahlvorgängen. Ebay-CEO John Donahoe habe die Vereinbarung gegen den Willen des damaligem Paypal-Präsidenten David Marcus durchgesetzt. Marcus hatte sich gegen die Zusammenarbeit mit Samsung ausgesprochen, um die Beziehungen zu Apple nicht zu gefährden. Paypals 152 Millionen aktiven Nutzern stehen nämlich 800 Millionen Anwender gegenüber, über die Apple mit iTunes verfügt. Wegen der sehr hohen Anzahl der iTunes-Anwendern wäre die Zusammenarbeit mit Apple sehr erfolgsversprechend.

Aktivistische Investoren wie Carl Icahn haben in der Vergangenheit zu Recht auf eine Trennung der Handelsplattform Ebay von ihrem Bezahlsystem Paypal gedrängt, weil das Management nicht hinreichend im Sinne der Investoren agiert hat.

Der Verkauf von Paypal ist letztendlich ein logischer Schritt, denn ein Großteil der Umsätze wird nicht mehr mit Ebay erzielt. Durch die Integration Paypals in Ebay wäre die Gewinnung neuer Kunden schwieriger. Mit der Neuausrichtung wird somit weiteres Wachstumspotenzial erschlossen.

Bereits seit über 1 Jahr haben wir die Ebay Aktie auf unserer Empfehlungsliste und vor wenigen Wochen haben wir unsere Positionen weiter ausgebaut. Auch nach dem Kurssprung der letzten Tage bleibt aber noch genügend Chancenpotenzial für die Ebay-Aktionäre erhalten.

 

 

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