Exklusiver Börsenausblick Mai 2014!

Die Ampel steht auf Gelb!

GolombeckVon Adam Golombek, Gründungsgesellschafter der Giesbrecht & Golombek VermögensManagement GmbH

Die Hausse an den Aktienmärkten geht ins sechste Jahr, und viele deutsche Anleger schauen vom Seitenrand aus zu – hin- und hergerissen zwischen der Angst, zu spät zur Börsenparty kommen und der Furcht, überhaupt nicht dabei zu sein. Doch mit solchen Gefühlen lässt sich keine rationale Entscheidung treffen. Lesen Sie, nach welchen objektiven Kriterien wir in unserer Anlagestrategie die Aktienquote steuern – und wie die Lage an den Märkten aktuell einzuschätzen ist.

 

Der Weltaktienindex MSCI World hat seit seinem Tief im März 2009 um inzwischen 130 Prozent zugelegt. Wie nach solch deutlichen Kursanstiegen üblich, beginnt sich nun das Interesse der breiten Öffentlichkeit zu regen. Ob dies ein geeigneter Zeitpunkt ist, lässt sich mit Sicherheit erst einige Monate oder Jahre später sagen. Aufgrund des in unserem Hause entwickelten FMST-Modells gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte für Anleger mittel- und langfristig zwar sehr interessant sind. Kurzfristig erachten wir sie aber als reichlich riskant und korrekturgefährdet. Konkret:

Fundamental (F): Die Entwicklung der Konjunktur spricht klar für Aktien. So notieren die von uns stark beachteten Einkaufsmanager-Indizes sowohl für die USA wie auch für Europa und Japan deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Schwächer zeigen sich die Schwellenländer, doch mit einem Wert von 52,4 Punkten ist die globale wirtschaftliche Aktivität klar expansiv. Etwas anders sieht die Lage aus, wenn man die Aktienbewertungen in den Fokus nimmt, denn nach dem Haussejahr 2013 sind Dividendentitel nicht mehr wirklich günstig – jetzt kommt es darauf an, dass dem Anstieg der Bewertungen ein Zuwachs der Unternehmensgewinne folgt. Unter dem fundamentalen Aspekt stehen die Börsenampeln also auf Grün mit leichter Tendenz zu Gelb.

Monetär (M): Viele Großanleger, etwa Banken, schwimmen dank der freizügigen Notenbanken förmlich in Liquidität. Daran ändert auch die Drosselung der Anleihekäufe durch die Federal Reserve zunächst wenig. Denn trotz des „Taperings“ stellt die US-Notenbank den Märkten derzeit „frische“ 55 Mrd. Dollar im Monat zur Verfügung. Hinzu kommt, dass auch die Bank of Japan bei der Liquiditätsversorgung auf dem Gaspedal steht. Und die EZB könnte in Kürze den Euro schwächen und deshalb mit Anleihekäufen oder Ähnlichem Geld in den Markt pumpen. Von monetärer Seite haben Aktien dank grüner Ampel also freie Fahrt.

Sentiment (S): Anders sieht die Sache aus, wenn wir auf die dritte Dimension unserer Anlagestrategie blicken – das Sentiment, wie es die American Association of Individual Investors und Sentix in Deutschland erheben, zeigt eine recht hohe Sorglosigkeit der Privatanleger. Das sehen wir kritisch, denn wer positiv gestimmt ist, hat höchstwahrscheinlich schon gekauft und fällt damit als Käufer aus. Hinzu kommt, dass immer mehr Großanleger die Börsenparty verlassen, wie der Smart Money Flow Index zeigt. Dieser Index vergleicht die Marktbewegung an der US-Börse in den ersten 30 Minuten – geprägt durch die emotionalen Käufe der Kleinanleger – mit der letzten halben Stunde der Handelszeit, in der vorrangig Großanleger aktiv sind. Aus Sentiment-Sicht steht unsere Börsenampel beim Sentiment auf Gelb mit Tendenz zu Rot.

Trend und Technik (T): Klar im Aufwärtstrend sind die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder. Dies ist jedoch kein Grund zu ungetrübter Freude, denn oft befinden sich die Indizes am oberen Rand eines Trendkanals, was bedeutet, dass sie überkauft sind und die Rückschlagsgefahr wächst. Oder sie bilden wie der Deutsche Aktienindex (DAX) Kursmuster aus, die etwa der Top-Bildung der Jahre 2007 und 2011 sehr ähnlich sehen. Hinzu kommt, dass die Schwungkraft des Anstiegs, wie sie technische Indikatoren messen, deutlich nachlässt – eine Korrektur ist nach unserer Ansicht daher eher eine Frage weniger Wochen als von Monaten. Aus dem Blickwinkel von Trend und Technischer Analyse steht die Börsenampel auf Dunkelgelb bis Rot.

Fazit: Die Situation an den Aktienmärkten mahnt zur Vorsicht. Auch wenn Dividendentitel längerfristig die aussichtsreichste Anlageklasse sind, sollten Anleger jetzt weder Erstkäufe tätigen noch aufstocken. Sinnvoll ist es, die kommende Korrektur von wahrscheinlich abzuwarten und dann Qualitätsaktien zu günstigeren Kursen zu erwerben.

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