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Jul 07

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Exklusiver Börsenausblick Juli 2014!

Edelmetalle: Wird Draghi zum Goldjungen? 


Golombeck

Von Adam Golombek, Gründungsgesellschafter der Giesbrecht & Golombek Vermögensmanagement GmbH

Nach den anderen großen Notenbanken hat sich nun auch die EZB klar bekannt: Sie will die Inflationsrate im Euro-Raum nach oben ziehen, um einer drohenden Deflation vorzubeugen. Gleichzeitig hat Mario Draghi durchblicken lassen, dass die Zinsen bis Ende 2016 so niedrig bleiben wie derzeit. Bekommt die Notenbank beides hin, könnte Gold vor einem Comeback stehen.

Nahe, aber unter zwei Prozent – so lautet der Zielwert, auf den die Europäische Zentralbank die Inflationsrate hieven will, um das Wirtschaftswachstum zu stützen. Derzeit fällt die jährliche Geldentwertung nach dem Geschmack der Notenbanker mit 0,5 Prozent zu gering aus. Vor allem in den Peripheriestaaten gibt es entweder kaum Inflation oder es fallen wie in Griechenland bereits deutlich die Preise. Die große Sorge von Draghi & Co: Verfestigt sich die Erwartung, dass die Preise weiter fallen, kann dies in eine Abwärtsspirale münden, die die Wirtschaft schrumpfen lässt.

 

Inflation hoch, Zinsen runter – eine brisante Mischung

Im Juni hat die EZB eine Reihe von Geschützen aufgefahren, mit denen sie Inflation und Wirtschaft befeuern will. Gleichzeitig sollen die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben. Während die Notenbank schon immer den Leitzins bestimmt, kann sie nach ihrem Beschluss, unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, auch die langfristigen Anleihezinsen beeinflussen – und zwar durch den massiven Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Der Markt hat dieses Quantitative Easing (QE) bereits antizipiert und die Kurse europäischer Staatsanleihen nach oben getrieben. Im Gegenzug sanken die Renditen.

 

Notenbank als Feind des risikoscheuen Investors

Gelingt es der EZB, ihr Doppelprojekt umzusetzen – also die Inflation anzuheizen und gleichzeitig die Zinsen dauerhaft unten zu halten –, bringt sie die Sparer unweigerlich in ein Dilemma. Denn in einem solchen Umfeld liegen die kurzfristigen Realzinsen bei minus zwei oder gar drei Prozent, die längerfristigen Realzinsen vermutlich bei minus ein Prozent. Auf jeden Fall wird der gewöhnliche Sparer, aber auch der Anleihebesitzer de facto enteignet, weil die Kaufkraft des angelegten Geldes schwindet. Die Notenbank wird zum Feind des risikoscheuen Investors!

 

Gold taucht wieder auf dem Radar der Anleger auf

Doch das Dilemma der einen ist indes gut für die anderen – und zwar für Aktien und Gold. Denn Unternehmenstitel haben angesichts der niedrigen Zinsen in den Anleihen nur eine schwache Konkurrenz. Hier dürften vor allem Papiere von Unternehmen gefragt sein, die ihre Preise auch bei höherer Inflation durchsetzen können und die ordentliche Dividendenrenditen zahlen. Auch das arg gebeutelte Gold wird erneut auf dem Radar der Investoren auftauchen. Der Grund: Es bietet einen hervorragenden Inflationsschutz, und bei negativen Realzinsen gehen keine Erträge verloren.

 

Erste Indizien für erneuten Preisanstieg

Schon jetzt deuten erste Indizien auf ein Comeback des Edelmetalls hin. Gold gehört derzeit zu den unbeliebtesten Anlageklassen; das Sentiment ist extrem negativ: Riefen etliche Banken 2011 Kurse von über 2.000 Dollar aus, sehen sie den Preis nun bis unter 1.000 Dollar fallen und dürften daher nicht investiert sein. Doch gegen diese schlechte Stimmung spricht die Preisentwicklung selbst: Seit Anfang des Jahres weisen die Kursanstiege zunehmend mehr Dynamik auf als die Abschwünge; die Goldbullen werden also immer stärker. Das gilt auch für die Aktien der Minenbetreiber, die dem Goldpreis in aller Regel vorauslaufen: Sie haben seit Jahresanfang im Schnitt um 40 Prozent zugelegt und könnten nun am Beginn einer längeren Aufwärtsphase stehen.

 

Fazit: Durch die neue Politik der EZB kommen Anleger an Sachwerten noch weniger vorbei als ohnehin schon. Dabei dürften die Edelmetalle eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Für diejenigen, die die Zeichen der Zeit richtig lesen, könnte Mario Draghi zum Goldjungen werden.

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